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anna-leia's Tagebuch
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Januar 2012
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| Eintrag von anna-leia
am 27.1.2012 |
Alles wird gut...
Mit letzter Kraft drücke ich die Haustür auf und lasse meine Tasche auf den Boden fallen. Ich schließe die Tür und lehne mich erstmal dagegen, die Augen geschlossen und erschöpft durchatmend.
Was sollte denn das für eine Klausur sein?! Spätestens jetzt verstehe ich, woher die 80%+ Durchfallquoten kommen. Ich hätte eindeutig mehr lernen sollen... Mit ganz viel Glück habe ich vielleicht ein Drittel der Punktzahl erreicht, wenn überhaupt. Also: durchgefallen.
Das erste Mal in meinem Leben.
Ich höre tapsende und klackernde Pfoten eilig über den Glasboden laufen und öffne meine Augen wieder. Merlin kommt halb rutschend durch den Gang gestürmt und begrüßt mich übermütig. Ich gehe in die Hocke und umarme ihn.
»Hallo du...«, sage ich und freue mich riesig über sein Willkommen-zu-Hause-Ritual. Er schmiegt sich so eng an mich, dass ich fast hinten über falle. »Meine Güte, ich sollte dich auf Diät setzen!«, drohe ich ihm und stütze mich mit dem Arm an der Wand ab, als er seine Schnauze in meinem Pullover vergräbt, aber das schüchtert ihn nicht im Geringsten ein. Ich lege meinen Kopf an sein seidenweiches Fell und genieße einen Moment lang seine bedingungslose Liebe. Egal was ich angestellt habe – Merlin nimmt es mir nicht übel. Seine Bewunderung und Zuneigung ist mir immer sicher. Aber er ist eben nur ein Hund...
Ich seufze, streiche noch einmal über seinen Kopf und stehe dann wieder auf um Mantel und Stiefel auszuziehen. Mitten in der Bewegung halte ich inne, als mein Blick auf die Garderobe fällt. Da hängt eine fremde Jacke! Da stehen fremde Highheels! Besuch...? Ich lasse Stiefel und Mantel da liegen wo ich sie ausgezogen habe und gehe den Gang hinunter Richtung Küche. Leer. Dafür Stimmen im Wohnzimmer. Troy und eine mir unbekannte, weibliche Stimme. Vorsichtig schaue ich um die Ecke. Lange blonde Haare fallen über die Sofarückenlehne, ein graziler Arm in einem dunkelblauen Seidenblusenärmel liegt darauf mit einem funkelnden Ring an zierlichen Fingern. Oh-ho... Das Mädchen ist verdammt hübsch, das sehe ich so schon. Und ihre Stimme... Unglaublich angenehm.
»... hätte ich nie gedacht«, sagt sie gerade und die Art und Weise wie sie es sagt, lässt diese banalen Worte unfassbar wichtig wirken. Wer ist dieses Mädchen?! Die Neugier packt mich – fast vergessen ist der Stress und Ärger über die Klausur – und ich trete hinter der Wand vor. Sie sitzt mit dem Rücken zu mir, Troy ziemlich dicht neben ihr, aber so gedreht, dass er mich augenblicklich sieht. Verwundert zieht er die Augenbrauen hoch. Das Mädchen dreht sich als Reaktion darauf zu mir um. Wow... Sie ist so schön, dass es fast weh tut, sie anzuschauen. Troy sieht auf seine Uhr.
»Leia! Was machst du denn schon hier?«
»Hey Troy«, sage ich anstatt einer Antwort. Seine Reaktion ist... seltsam. Fast so, als hätte ich ihn ertappt. Als hätte er es lieber vermieden, dass ich das Mädchen zu Gesicht bekomme.
»Oh...«, meint das Mädchen mit ihrer samtenen Stimme ohne den Blick von mir abzuwenden, aber an Troy gerichtet, »du wohnst hier nicht allein?«
»Nein... Nina, das ist Anna-Leia. Leia, Nina.«
Ohne es bewusst zu wollen, stört es mich, dass er zuerst mich ihr vorgestellt hat, obwohl ich hier das Hausrecht besitze. Und kein weiteres Wort zur Erklärung – weder, wer dieses Mädchen ist, noch warum sie in meiner Wohnung ist. Und sie weiß offensichtlich nicht einmal, dass Troy eine Freundin hat. Geschweige denn, dass er verlobt ist... Lass das!, schimpfe ich mich selbst, als ich mich bei dem Gedanken ertappe, dass ich eifersüchtig bin. Kein Wunder, in der Gegenwart dieser Schönheit würde wahrscheinlich jede Frau Komplexe kriegen.
»Hi Nina«, lächele ich sie an. Sie lächelt zurück – bezaubernd. Natürlich, wie könnte es anders sein...
»Hallo.«
»Na dann lasst euch mal nicht weiter stören«, sage ich beschwingter als mir zumute ist und gehe ins Büro. Kaum habe ich die Tür hinter mir zugeschoben, schon holen mich die Eifersuchtsgedanken wieder ein. Ich kann mir gut vorstellen, dass Nina Troy gefällt... Sie gefällt wahrscheinlich jedem Mann, wenn sie sogar auf mich so eine starke Wirkung hat. Und Troy's Reaktion auf mich... Ungewöhnlich...
Vehement verbanne ich die Gedanken in den Hinterkopf und öffne die Milchglaswände, die Troys und mein Büro trennen. Ich brauche jetzt einen größeren Raum, mehr Platz zum arbeiten und denken. Auf meinem Schreibtisch stapeln sich die Blöcke, Bücher und Ordner. Zwei von sechs Klausuren sind geschafft... Ein Drittel. Praktisch nichts.
Seufzend lass ich mich in meinen Chefsessel fallen und schlage den Ordner mit der Materiallehre auf.
Als ich zwei Stunden später mit knurrendem Magen und dem Kopf voller Formeln aus dem Büro komme, höre ich Troy und Nina im Wohnzimmer lachen. Sie ist noch da?
Müde und ausgepowert schlurfe ich Richtung Küche und schalte die Deckenbeleuchtung ein. Ich weiß, dass man den Widerschein davon im Wohnzimmer sehen kann, vor allem, wenn so wie jetzt nur die indirekte Beleuchtung im Fußboden eingeschaltet ist. Besonders geräuschvoll ziehe ich ein paar Schubladen und die Kühlschranktür auf und schließe sie wieder.
»Nina, bleibst du zum Abendessen?«, rufe ich ins Wohnzimmer hinüber und bete insgeheim, dass sie Nein sagt.
Das Gespräch bricht ab.
»Ähm... Nein, danke, ich wollte dann eh mal los...«, kommt die zögernde Antwort und ich atme auf.
»Troy?«, frage ich weiter.
»Ja?«
»Was ist mit dir?«
»Ja, klar...?«, kommt die fragende Antwort.
»Na, weiß ich ja nicht...«, murmele ich für ihn unhörbar und lasse Wasser in die Spüle laufen um den Salat zu waschen. Im Wohnzimmer wird die Geräuschkulisse lauter, Nina scheint tatsächlich aufzubrechen. Taktgefühl hat dieses Wunderwesen also auch noch...
»Ciao Anna-Leia«, flötet sie mir zu und schaut freundlich nickend in die Küche, bevor sie mit Troy durch den anderen Ausgang in den Flur geht und ich habe die Gelegenheit, ihren perfekten Körper noch in Gänze zu Gesicht zu bekommen. Lange, schlanke Beine stecken in engen, hellbeigen Jeans, die Seidenbluse fällt locker über den Bund, zusammengehalten von einem ebenfalls beigen Gürtel. Ein Model...
»Ciao Nina!«, rufe ich über die Schulter zurück und widme mich wieder meinem Salat, den ich jetzt noch eifriger bearbeite als vorher.
Irgendwann kommt Troy zu mir in die Küche. Er wirkt glücklich. Aus dem Weinkühlschrank holt er nach langer Überlegung einen Cabernet Sauvignon und nimmt eins der wunderschönen Gläser aus dem Regal.
»Trinkst du ein Glas mit?«, fragt er mich, aber ich höre, dass es nur eine Anstandsfrage ist.
»Nö, danke...«, antworte ich wie immer. Ich bin kein Rotweintrinker. Lieber ein Glas Weißwein. Oder, noch besser bodenständiges, bayrisches Bier. Das Wasser fließt aus der Spüle ab. Ich sehe zu, wie der Sog den Sand und die Erde, die ich aus dem Salat gewaschen habe, in den Abfluss zieht.
»Kann ich dir was helfen?«, bietet Troy an, während er den Korken zieht.
»Musst du nicht«, wiegele ich ab.
Troy schweigt und ich höre das Gluckern des Weins, wie er aus der Flasche ins Glas fließt. Ich sehe auf und betrachte das rubinrote Funkeln im Glas. Troy schaut zu mir herüber. Augenblicklich beschäftige ich mich wieder eingehend mit den Salatblättern.
»Wie ist deine Klausur gelaufen?«
Ich lasse die Frage im Raum stehen. Keine Antwort ist auch eine Antwort...
Troy stellt seelenruhig sein Glas auf die Ablage. Zielstrebig kommt er zu mir, packt mich an den Händen, zerrt mich ein Stück weiter, hebt mich mühelos auf die Arbeitsplatte und stützt sich links und rechts so dicht neben mir ab, dass seine Arme mich wie in einem Käfig einsperren.
»So, und jetzt sagst du mir auf der Stelle was mit dir los ist«, verlangt er. Eiskalt und mit einem Glitzern in den Augen, das selten bis nie bei ihm zum Vorschein kommt. Er ist wütend. Unendlich wütend. So sehr, dass die Wut seine Grundwesenzüge Geduld und Verständnis in den Hintergrund drängt.
Ich versuche ihn wegzudrücken, mich zu befreien, aber er lässt es nicht zu.
»Ich... was meinst du? Die Klausur war scheiße, wenn du das hören...«
»Herrgott nochmal Leia!«, schreit er mich an und schlägt mit der flachen Hand auf die Tischplatte. Ich zucke zusammen. Noch nie ist er so ausgerastet.
»Ich kann und will keine Ausreden mehr hören! Ich will die Wahrheit! Jetzt! Sofort!«
»Welche Wahrheit...?«, wage ich zu fragen.
»Sag mir den Grund! Was stimmt mit dir nicht?! Du machst mir doch nichts vor! Du hungerst dich zu Tode, du fällst durch sämtliche Klausuren, redest nicht mit mir, redest nicht mit deiner Familie, redest nicht mal mehr mit Chris, du suchst dir keine Freunde, du liegst den halben Tag im Bett, heulst die ganze Nacht...«
Seine Stimme ist über die Aufzählung hinweg immer leiser geworden bis er schließlich abbricht und mich mit einem so leeren Ausdruck in den Augen ansieht, dass es mir kalt den Rücken hinunter läuft.
»Was ist dir widerfahren, dass du dich so verändert hast? Das bist nicht mehr du. Das hier ist nicht die Leia, die ich kannte... Du warst mal so glücklich. So unbeschwert. So stark«, flüstert er. »Leia, ich weiß mir nicht mehr zu helfen. Ich halte das nicht mehr aus! Ich habe dir versprochen, den Rest meines Lebens für dich da zu sein, aber ich kann mein Versprechen nicht einhalten. Ich kann dir nicht mehr helfen, weil du dir nicht helfen lässt... Wie konnte das passieren?«
Völlig konsterniert sitze ich vor ihm auf der Arbeitsplatte, geschockt von seiner Ehrlichkeit und der Verzweiflung, die aus seinen Worten spricht. Hilflos starre ich ihn an. Er schaut zurück. Zum ersten Mal, seit ich ihn kenne, sehe ich ihn weinen. Nicht bei der Beerdigung seines Freundes, nicht bei seinem Skiunfall letztes Jahr, nicht bei dem finalen Streit mit meinem Vater, der ihn wochenlang traumatisiert hat. Nein, jetzt. Hier. Wegen mir.
Und erst da beginne ich zu begreifen: Das hier ist echt. Das hier ist die allerletzte Chance, die du bekommst, um zu retten, was das Wichtigste in deinem Leben ist: euer gemeinsames Leben.
Vorsichtig, aber wie von selbst bewegt sich meine Hand auf ihn zu, berührt seine tränennasse Wange. Wortlos. Aber es spricht mehr als tausend Worte. Es ist die erste von mir ausgehende Berührung zwischen uns seit Monaten, die nicht Abwehr ist. Ich sehe ihm an, dass auch er das weiß. Da ist plötzlich wieder ein Funken Hoffnung in seinen schwarzen Pupillen, wo vorher nur Leere war. Nein, wir haben uns noch nicht komplett verloren...
Dieses Mal bin ich es, die ihn an sich zieht. Die ihm sagt, dass alles gut wird. Die ihn tröstet und festhält. Er lässt es geschehen. Ich habe vieles gut zu machen...
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Friday freakday So langsam kotzt mich meine anhaltende Mü...
geburtstag yeah yeah yeah... und doch bin ich voller fre...
anna-leia
Alter: 19
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| Profil: Auf der Suche nach meinem Platz in der Welt - eigensinnig, vorlaut und durchsetzungsstark. Manchmal etwas verwöhnt, aber (fast) immer umgänglich.
Ich glaube an das Gute im Menschen - und an das Böse, das so verlockend ist, dass es gar nicht mehr böse erscheint...
Verliebt, verlobt... und bald verheiratet.
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