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anna-leia's Tagebuch    


2010 12010 3   Februar 2010  
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Eintrag von anna-leia am 27.2.2010

Die Realität hält Einzug


Der scheinbare Familienfriede von gestern Abend war leider schon wenige Stunden danach wieder verschwunden. Mama ist noch vor dem Abendessen wieder gefahren. Sie war eigentlich nur da, weil Marlene sie am Donnerstagmorgen angerufen hat um ihr zu sagen, dass ich nach Neapel verschwunden bin. Papa hat es also nicht einmal geschafft, sie selbst zu informieren… Mama ist dann anscheinend am Donnerstagabend nach Hause gekommen, um auf mich zu warten – sie konnte ja nicht wissen, dass Troy und ich uns entschieden hatte, noch einen Tag länger zu bleiben – und ist auch, bis ich wieder gekommen bin, nicht gegangen (sie hat eins der Gästezimmer bezogen…).
Marlene hat nach langem Zögern damit rausgerückt, dass sich die Papa und Mama wohl die ganze Zeit aus dem Weg gegangen sind und wenn sie sich doch mal getroffen haben, haben sie sich gegenseitig Vorwürfe gemacht, dass der jeweils andere daran Schuld sei, dass ich abgehauen bin. Natürlich haben sie sich beide Sorgen gemacht, haben auf einen Anruf von mir gewartet, aber eben leider nicht, wie erhofft, gemeinsam, sondern jeder für sich – Marlene meinte, es war fast so eine Art „wetteifern“, ob ich mich zuerst bei Papa oder bei Mama melden würde… Als ob sie daran erkennen könnten, wen von beiden ich mehr liebe oder wer im Recht ist…
Mich macht das so traurig – wieso soll ich mich zwischen ihnen entscheiden müssen? Können sie von mir verlangen, mich auf die Seite des einen zu stellen und dem anderen damit zu signalisieren, dass er mir weniger wichtig ist? Ich kann diese Entscheidung unmöglich treffen… Hab ich nicht ein Recht darauf, beide Elternteile gleich lieben zu dürfen und unparteiisch zu sein? Ich verstehe nicht, wie sie mir das antun können – wie sie mich in ihren Streit auf so unfaire Art und Weise mit hineinziehen können. Ich fühle mich wie ein Mittel zum Zweck, nicht mehr wie ein Kind, das von seinen Eltern geliebt wird.

Ja, so schnell ist die gute Laune, die ich aus Italien mitgebracht hatte, wieder verschwunden… Ich bin nach wie vor sehr froh über diese kleine Ablenkung, aber es ist einfach so deprimierend zu sehen, dass sich daheim nichts geändert hat, dass es jegliche Freude im Keim erstickt.

Nach dem Frühstück habe ich mich gleich wieder zurückgezogen. Ich kann es einfach nicht ertragen, die mitleidsvollen Blicke von Marlene und Michael zu sehen. Papa ist mir heute noch nicht begegnet und ich lege es auch nicht darauf an, diesen Zustand zu ändern. Ich stürze mich lieber in die Arbeit – räume auf, lerne mein Sporttheorieskript, trainiere mit Merlin und mache Aufgaben aus dem Abitrainer. Irgendwann innerhalb der nächsten Stunde dürfte Elena kommen, die sämtlichem Staub und Dreck den Krieg erklärt.

Heute Morgen habe ich Alexa-Lina angerufen und ihr erzählt, was hier los ist. Sie war… erschüttert. Sie wollte sofort alles stehen und liegen lassen und vorbei kommen, aber ich weiß, dass sie gerade viel mit ihren Klausuren zu tun hat, also habe ich die Situation heruntergespielt und ihr gesagt, sie solle bleiben, wo sie ist.
Und Troy? Den habe ich gestern Abend nach Hause geschickt. Er hat zwar angeboten, am Wochenende hier zu bleiben, aber das konnte ich nicht annehmen. Schließlich hat er mich schon in den letzten zwei Tagen ertragen müssen. Und außerdem hätte ich ein schlechtes Gewissen, wenn er sein wohlverdientes Wochenende für mich opfern würde. Irgendwann muss er doch auch mal überarbeitet sein – es wundert mich eh schon, dass er bei dem Arbeitspensum, das er leistet, so ausgeglichen ist.

Aha, jetzt klappert es im Erdgeschoss schon – das heißt wohl, dass Elena da ist. Dann werde ich ihr mal das Feld überlassen und mit Merlin eine kleine Runde drehen, bevor es Mittagessen gibt. Vielleicht bringt mich das auf andere Gedanken.
Ich wünsche allen noch einen schönen Tag!

P.S.: Papa ist zum Glück gerade weggefahren – da wird das Mittagessen dann wesentlich entspannter…



Kommentare


Von pat am 27.02.2010 - 17:45 Uhr
Liebe Anna-Leia,
ich finde es trotz der üblen Situation einfach nur genial, wie klar du die Lage siehst... denn du hast mit dem, was du schreibst, absolut Recht:

wieso soll ich mich zwischen ihnen entscheiden müssen? Können sie von mir verlangen, mich auf die Seite des einen zu stellen und dem anderen damit zu signalisieren, dass er mir weniger wichtig ist? Ich kann diese Entscheidung unmöglich treffen… Hab ich nicht ein Recht darauf, beide Elternteile gleich lieben zu dürfen und unparteiisch zu sein? Ich verstehe nicht, wie sie mir das antun können – wie sie mich in ihren Streit auf so unfaire Art und Weise mit hineinziehen können. Ich fühle mich wie ein Mittel zum Zweck, nicht mehr wie ein Kind, das von seinen Eltern geliebt wird.



Liebe Grüße und viel Kraft
pat


Von zauberfee am 28.02.2010 - 02:36 Uhr
Hey anna-leia,
was wirst du draus machen? Es ist natürlich nicht einfach für dich. Was willst du? Tja, Entscheidungen zu treffen ist nicht so einfach. Ich wünsche nur für Dich das sich das alles regelt. Wen hast du lieber? Suche die Aussprache.
LG Nachtfalke


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Ich komm zu nix!
.. also was meine Einträge hier angeht.....

Es nervt!
Ich verstehe einfach gar nichts mehr....





anna-leia
Alter: 18
weiblich

Profil: Auf der Suche nach meinem Platz in der Welt - mit dem Wissen, dass es noch ein weiter Weg ist. Manchmal etwas verwöhnt, aber (fast) immer umgänglich. Bin gern für andere da, egal was anfällt. Ich glaube an das Gute im Menschen - und an das Böse, das so verlockend ist, dass es gar nicht mehr böse erscheint... Bin frisch verlobt und unbeschreiblich glücklich darüber. Und: ich gehe gern zur Schule - ja, GERN, weil ich es liebe, meine Lehrer an den Rand der Verzweiflung zu treiben und sie doch gegen nichts eintauschen würde.
Hobbies: Sport (Fechten, Schwimmen, Laufen, Krafttraining, Ski fahren...) - Merlin, mein kleiner Golden Retriever - politisches Engagement - etwas ungewöhnlicher: Star Wars, Technik, Autos :-D - Kreativität ausleben
Beruf: Lehrerinquisitor ;-)







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